Permakultur

Der Begriff Permakultur (dauerhafte Garten- und Landwirtschaft) stammt von Bill Mollison und David Holmgren, die zusammen Ende der 1970iger Jahre ein System entwickelt haben, das den Menschen wieder lehren soll mit der Natur, statt gegen sie, zu leben. Die Permakultur versucht naturnahe Systeme aufzubauen, die als ein ganzheitliches Konzept zwischen Natur und Mensch gesehen werden können. Die Aufmerksamkeit der Permakultur richtet sich dabei nicht nur auf einzelne Bestandteile, wie es in der konventionellen Landwirtschaft der Fall ist, sondern insbesondere
auf die vorteilhaften Beziehungen zwischen den verschiedenen Elementen und deren
optimale Nutzung für den Aufbau produktiver Systeme [MOLLISON 1981 S.25].

Ziel ist es, dass der Mensch „intakt funktionierende Ökosysteme“ erhält und Monokulturlandschaften in gesunde Naturlandschaften umstrukturiert, um diese bestehenden und neu entstandenen Biotope als Existenzgrundlage zur eigenen Bedürfnisdeckung dauerhaft, d.h. Nachhaltig zu nutzen. Dabei spielen zwei Grundannahmen nach Mollison eine wichtige Rolle. Erstens, für die Verantwortung der eigenen Existenz, sowie die unserer Kinder und zukünftiger Generationen
Sorge zu tragen (Nachhaltigkeitsprinzip). Und Zweites, ist es die Kooperation und nicht der Wettbewerb, die als das entscheidende Kriterium für unser Überleben in einem von Natur aus sich selbst erhaltenen Lebensraum zählt. Durch die Permakultur sollen kleine geschlossene Stoffkreisläufe sowie umweltfreundliche Energiesysteme geschaffen werden. Durch das Einbeziehen unterschiedlicher Aspekte, wie z.B. die Lebensmittelproduktion, Energieversorgung, Landschaftsgestaltung
und insbesondere die Gestaltung einer sozialen Struktur usw., erreicht der Mensch es
nicht nur mehr Vorsorge für sich Selbst zu schaffen, sondern sein Leben auch selbst bestimmter und vielfältiger zu gestalten.

In der Permakultur wird darauf geachtet, dass einzelne Element mehrere Funktionen haben und jede Funktion von mehreren Elementen getragen wird, sodass Systeme entstehen, die nur wenig Energie brauchen, sehr stabil sind und hohe Erträge erbringen (MOLLISON 1981 S.39). Im Gegensatz zu dem herkömmlichen Gartenbau wird in der Permakultur auf die Anwendung von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln und synthetischen Düngern, sowie auf das Pflügen, verzichtet. Vielmehr wird darauf geachtet, dass unterschiedliche Pflanzen in einem vielfältigen System nebeneinander angebaut werden und Tiere mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen.